Nachtrag: Halloween

Nur Verrückte unterwegs an Halloween und auf dem Rückweg einer kleinen Hausparty (keine Hausparty ohne Polizei, oder Ordnungsamt, naja, die Lila-Laune-Menschen eben- sind hier wirklich LILA) sind mir überdurchschnittlich viele Leute begegnet die kotzender Weise gegen Hauswände lehnten. Das ist das einzige Minus auf der Sauberkeitsskala Leuvens.

Ach ja, knn ich Stephen King verklagen weil ich Angst vor Clowns habe?? Nicht sonderlich hilfreich an sämtlichen Tagen die ne Ausrede für geistig sonst normale Menschen bietet, sich dämlich zu verkleiden.  

23.11.07 22:10, kommentieren

Wohnungen in Leuven so allgemein

Okay okay, ich beschwer mich nicht mehr. Scheinbar habe ich es mit meiner WG doch im Vergleich zu anderen Erasmus Studenten ganz gut getroffen. Es regnet nicht in meinem Zimmer (und auch nicht mehr in meiner Küche, man höre und staune, der Handwerker ist schlussendlich dann doch fertig geworden), ich muss mir das Bad nicht mit 10 oder mehr Leuten teilen (angeblich soll es illegal sein, eine Dusche für mehr als 7 Leute zu haben, das Gerücht ist aber bisher noh unbestetigt, und überhaupt, was hilft's?), und hab auch keine Großküche für 50 Mann. Ach ja, und ich wohne nicht neben ner Suppenküche, mein Waschsalon wird im allgemeinen nur von gewaschenen Menschen besucht und an ner Hauptstraße wohne ich auch nicht. Also, ja, mir geht's hier gut und ich find's irgendwie urig.

 

Nachtrag: Einer meiner Mitbewohner hat erzählt er ist in seiner alten Wohnung ner Ratte begegnet.... Hab ich erwähnt wie gut's mir hier geht?! 

23.11.07 22:06, kommentieren

Es wird weihnachtlich....

Die Tatsache ignorierend, dass sämtliche Schaufenster noch voll Halloween-Deko sind, ist bei mir gerade Weihnachtsstimmung ausgebrochen. Eben höre ich noch französisches Kulturradio (ein verzweifelter Versuch, meine Französischkenntnisse zu reaktivieren) und auf einmal höre ich Weihnachtsradio, trinke Weihnachtstee und hab das dringende Bedürfnis alles gün-rot-gold zu dekorieren und Plätzchen zu backen.

Wo bekomme ich jetzt nen Tannenbaum her, mitten im Herbst in Leuven?! 

1 Kommentar 27.10.07 21:28, kommentieren

Ich hasse Poker

Poker verfolgt mich. Ich hatte nicht mal in Krakau meine Ruhe davor, also wieso überrascht es mich noch, dass meine Jungs hier gestern die halbe Nachbarschaft zur Pokerrunde eingeladen haben....Tatsache ist, ich verstehe das Spiel einfach nicht, bzw. mir fehlt die Geduld um es zu verstehen. Was mich früher nicht davon abgehalten hat, mitzuspielen und gelegentlich auch mal zu gewinnen, allerdings immer mit einem überraschten "oh, das sind also gute Karten?".

Eigentlich stört mich das Spiel an sich nicht, nur das Chaos, das Männer dabei um sich herum verbreiten, nervt etwas. Männer unter Männern sind bestenfalls noch mit dem Intellekt eines Pantoffeltierchens ausgestattet. Anders kann ich mir den einseitigen Wortschatz ("Bier" nicht erklären. Außerdem vergessen Jungs beim Poker leider alles um sich herum, inklusive ihrer schlafenden Mitbewohner morgens um 4. Aber wer braucht schon Schlaf in Leuven...

18.10.07 11:54, kommentieren

In meiner Küche regnet es

Ich hab schonmal erwähnt, dass das Küchendach erneuert wird. Also, theoretisch. Praktisch kommt hier hin und wieder ein Handwerker (zumindest identifiziere ich ihn als solchen, er hat ne Bohrmaschine dabei) und macht ein paar Stunden lang unglaublich Krach. Wenn er geht ist alles dreckig und ansonsten sieht es aus wie vorher. Mit Ausnahme von gestern abend. Da fing es an zu regnen und zwar neben dem Kühlschrank. Und ich bin mir sicher, das war letzte Woche noch nicht so.

Mal sehn, wann das außer mir noch jemandem auffällt und wann irgendjemand hier mal was dagegen tut. Wir sind doch hier nicht in Holland, ich brauche keine Vordusche, bevor ich unter der eigentlichen Dusche bin.  

10.10.07 12:13, kommentieren

Alles Müll, oder?

Um das mal gleich klarzustellen: ich bin für Umweltschutz. Ich mag Bäume und Flüsse und saubere Straßen und all das. Mir fällt nicht "versehentlich" mal Kaugummipapier aus der Hosentasche, ich lasse das Wasser beim Zähneputzen nicht laufen und ich schmeiße Braunglas nicht mit Grünglas in den Weißglasbehälter. Soll heißen ich hielt mich für einen ordentlichen, umweltschonenden Menschen, bevor...naja, bevor ich nach Leuven kam. Eine Stadt die sich scheinbar Umweltschutz auf die Fahnen geshrieben hat und bei der Umsetzung zu radikalen Maßnahmen greift.

Eigentlich sollte man meinen, dass eine Stadt, in der man drei Straßenzüge erfolglos nach einem öffentlichen Mülleimer für seinen Eisbecher absuchen kann, im Müll ersticken muss. Tatsache ist aber, dass Leuven unglaublich sauber ist. Was vielleicht daran liegt, dass jeder Verstoß gegen die hiesige Müllordnung mit hohen Strafen geahndet wird.

Und da Unwissenheit bekanntlich nicht vor Strafe schützt musste ich mich wohl oder übel mit der Mülltrennung hier vertraut machen. Freundlich und hilfsbereit wie die Belgier sind haben alle ausländischen Studenten gleich beim Einschreiben eine DinA4 Seite mit Anweisungen zur Mülltrennung bekommen. Die ist schön bunt. Wirklich. Ich sehe da 12 verschiedene Farben und ja, jede davon steht für eine andere Art von Müll. ZWÖLF!! Die spinnen doch. Relevant sind für mich nur 5 davon, ich bleibe nicht lang genug um Sperrmüll zu produzieren.

Also, ich spare mir die Details und komme gleich zu dem Punkt der mich wirklich stört (außer dass ich die Logik des Systems leider noch vermisse, denn was haben Metal und Plastikflaschen denn bitte gemeinsam?): Mich stört nicht der Müll, sondern die Tüten. Genauer gesagt deren Preise. Die nette Müllabfuhr sammelt nämlich nur Tüten ein, die das Stadtlogo haben, also nix da mit  dt. Standardmüllsäcken in der 100er Packung. Hier kauft man immer nur 10 Stück auf einmal, was nicht daran liegt, das man nur so wenige bräuchte, sondern eher daran, dass sich kein Student, und Leuven ist eben Studentenstadt, mehr leisten könnte. Wer rechnet denn auch damit, 20 Euro für Müllsäcke zu bezahlen. Nein, kein Tippfehler, sorry. Ich hab doch erwähnt, dass die hier spinnen, oder? Und wehe man will sparen und schmuggelt etwas Müll in eine der billigeren Tüten (5 Euro für 10), da können die ganz schön pampig werden. Ich will es gar nicht ausprobieren, wenn Fahradfahren in die verkehrte Richtung in einer Einbahnstraße (wer mal hier war weiß es gibt hier fast ausschließlich Einbahnstraßen) schon 150 Euro Strafe kostet will ich das mit der falschen Mülltrennung lieber nicht probieren. Und deswegen sind die Straßen hier auch so sauber.

Ich lebe quasi in einer Mülldiktatur. 

10.10.07 12:08, kommentieren

Belgische Mitbewohner

Belgier sind .... anders. Diplomatisch ausgedrückt. Ich wohne mit vier belgischen Studenten zusammen, und obwohl 3/4 davon aufgeschlossen und nett sind (über das restliche Viertel kann ich leider keine Aussage machen, da er mir scheinbar konsequent aus dem Weg geht oder schlicht meine Existenz ignoriert. Eine Eigenschaft die viele andere ausländische Studenten ihren belgischen Mitbewohnern ebenfalls nachsagen), so haben doch alle ihre Macken. Lautstarke Macken, und solche die sich in Chaos in Küche und Bad manifestieren. Zwar wird Musik sofort leiser gemacht, sobald man darauf hinweist, dass es ein Uhr morgens ist und das Bett im Rythmus des Basses wackelt, aber leider hat dieser Hinweis keinen Langzeiteffekt. Könnte ja sein, dass die Nachbarin sich in der Nacht darauf nicht mehr an der Musik stört - oder ohnehin nicht vor hat zu schlafen.

Die ständige Wiederholung dieser Situation erinnert nicht nur stark an eine lautere, techno-belastete Version von "Und täglich grüßt das Murmeltier" sondern gibt mir auch das Gefühl, meine Nachbarn zu bevormunden indem ich sie um Rücksicht bitte. Mich würde interessieren, was Freud dazu zu sagen hätte.

Als mich schließlich zwei meiner Mitbewohner mit großen Kulleraugen ansahen und fragten, ob ich ihnen erklären könne, wie der Gasherd funktioniert, hab ich mich endgültig als WG-Glucke gefühlt... Naja, aber ich versteh sie, es war immerhin schon Mitte der Woche und Mamas Tuppadosen mit den Mikrowellen-Anweisungen waren leer.  Also musste selbst gekocht werden.

Und hier sei gesagt, ich bin ja schon ein armseliges Bild in der Küche, aber wie man Nudeln anbrennen lasen kann ist selbst mir unbegreiflich. Und erst recht weiß ich nicht, wieso diese schwarzen Nudeln in dem braunen Wasser dann noch 4 Tage in der Küche stehen...nur weil die verantwortlichen Star-Köche über's Wochenende zu Mama fahren. Falls jetzt jemandem schlecht geworden sein sollte, erwähne ich lieber nicht, dass neben den Nudeln noch unabgewaschene Teller stehen. Seit zwei Wochen. Immerhin sind sie nicht im Küchenschrank versteckt worden, das wäre ja nicht das erste Mal. Mahlzeit! :-)

 

7.10.07 20:01, kommentieren